Seit 2016 sorgen Teile der Fans von Borussia Mönchengladbach bei Gastspielen in Leipzig regelmäßig für Sachbeschädigungen. Auch bei der 0:1-Niederlage am Samstag kam es im Gästebereich zu Vandalismus-Vorfällen. Die Polizei ermittelt.
Jeder Platz besser oder schlechter in der Fernsehgeld-Tabelle bringt etwa 2,5 Millionen Euro. Viel Geld für Borussia Mönchengladbach. Wir zeigen, was noch drin ist im Saisonendspurt und warum Urs Fischer dem FSV Mainz 05 rund zehn Millionen beschert hat.
Borussia Mönchengladbach hat den Vorsprung auf den Relegationsplatz gehalten, trotz der 0:1-Niederlage bei RB Leipzig. Die war gleichermaßen hochverdient und unglücklich. In welcher Verfassung Gladbach nun die letzten fünf Spiele angeht.
Bei Borussia Mönchengladbachs 0:1-Niederlage bei RB Leipzig kam viel Gefahr vom Gegner über außen. Ein klarer Hinweis für die Transferpolitik von Sportchef Rouven Schröder für den Sommer.
Bei RB Leipzig gab es eine 0:1-Niederlage für Borussia Mönchengladbach. Damit tritt der Klub im Abstiegskampf auf der Stelle. Dafür ist ein Fakt der letzten beiden Spiele mitverantwortlich, der Borussias Team hemmt – wie die Gesamtsituation des Klubs Sportchef Rouven Schröder.
Borussia taumelt weiter durch die Saison und kassiert bei der Betriebsmannschaft des Red-Bull-Konzerns eine erwartete, insgesamt verdiente, aber im Rückblick auch ärgerliche 0:1-Niederlage. Durch die Niederlagen der Konkurrenz aus St. Pauli und Wolfsburg hat sich die Situation zumindest nicht weiter verschlimmert. An dieser Stelle können wir nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob Moritz Nicolas das sogenannte „Fachmagazin“ aus Nürnberg liest - oder andere Boulevardmedien ähnlichen Niveaus. Vielleicht hat Nicolas durchaus registriert, dass der Opa im Tor des FC Bayern München unter der Woche ein für sein inzwischen überschaubares Leistungsniveau auffällig gutes Spiel gegen Real Madrid abgeliefert hatte und fühlte sich dadurch inspiriert. Denn das, was Borussias Nummer eins am Samstagnachmittag auf den Platz zauberte, war mindestens auf dem gleichen Niveau wie das von Neuer in der spanischen Hauptstadt. Wenn der angeschlagene Tabellen-13. beim formstarken Dritten spielt, braucht es per se außergewöhnliche Leistungen, um zu punkten. Und so hielt Nicolas alles (und noch mehr), was zu halten war. Es war eine herausragende Torwartleistung. Dass es am Ende dennoch nicht reichte, lag und liegt am Leistungsgefälle im Kader (und im Verein) Borussia Mönchengladbach. Schon mehrfach haben wir an dieser Stelle moniert, dass es jede Woche andere Spieler sind, die nicht ihr Leistungslimit abrufen. Die Erkenntnis ist, dass selbst dieses Limit oft nicht bundesligatauglich ist. Eugen Polanski, nach dem müden 2:2 gegen den 1.FC Heidenheim in der Woche zuvor auch medial inzwischen angezählt, tat in Leipzig das, was er so oft tut: er wechselte munter durch. Einmal mehr gab es eine veränderte Startaufstellung. Nachdem Haris Tabakovic, mittlerweile in 15 der letzten 18 Spiele ohne Treffer, im besagten Heimspiel noch überraschend auf der Bank saß, erhielt er diesmal wieder den Vorzug vor Shuto Machino. Der Japaner, Stichwort Bundesligatauglichkeit, liefert zum Leidwesen aller bei keinem Einsatz Argumente, an der Reihenfolge im Sturm dauerhaft etwas ändern zu müssen. In einem Heimspiel gegen den Tabellenletzten aber auf einen behäbigen und langsamen Strafraum- und Stoßstürmer zu verzichten, während man bei einem erwartbaren Defensiv- und Konterauftritt wiederum genau darauf setzt, ist eines der taktischen Rätsel, das wohl nur Polanski zu beantworten in der Lage ist. Vielleicht wusste er auch, dass Tabakovic am Samstagabend noch flugs von Leipzig nach Mainz reisen musste, weil er dort ebenso überraschend der Gast im „Aktuellen Sportstudio“ war. Wie dem auch sei, Tabakovic tat in Leipzig das mittlerweile Bekannte: Zweikämpfe verlieren, und das reihenweise. Es ist und bleibt ein Rätsel, wie unfähig der mittlerweile bosnische Nationalheld (Ciao, Italia!) scheint, seinen Körper einzusetzen, wenn es mal nicht nur darum geht, mit dem Kopf den Ball Richtung Tor zu befördern. Borussia hat faktisch einen Mann weniger auf dem Feld, denn Tabakovic fällt als Anspielstation fast ausnahmslos aus. Und auch hier sollte sich Polanski mal hinterfragen, warum er es vor diesem Hintergrund nach wie vor für eine gute Idee hält, lange Bälle aus der Abwehr Richtung Tabakovic zu schlagen, die in 99% der Fälle postwendend zurückkommen bzw. beim Gegner landen. Positiv zu erwähnen ist, dass Polanski nach rund 30 Minuten ein Einsehen mit dem jungen Lukas Ullrich hatte, der gegen Leipzigs Yan Diomande überforderter war als Katharina Reiche im Wirtschaftsministerium. Dazu kamen üble Stellungs- und Passfehler, so dass Ullrich unter Tränen erlöst wurde. Für ihn kam Hugo Bolin, der im Duett mit Kevin Diks besagten Diomande halbwegs unter Kontrolle hatte (falls Friedrich Merz hier mitliest: Nein, weder Hugo Bolin noch Kevin Diks können das Wirtschaftsministerium leiten). Bis zur 81. Minute, denn da hatte Diomande das Vergnügen, seine internationale Klasse gegen die Zweitklassigkeit eines Joe Scally unter Beweis stellen zu dürfen, der nicht zum ersten Mal so lange staunend und passiv zuschaute, bis Diomande einfach den Ball zum Treffer des Tages unhaltbar für Nicolas ins Tor schoss. Geschätzte SEITENWAHL-Leser wissen mittlerweile, dass ich am Tag nach einem Spiel meist auf die chronologische Nacherzählung des Spielverlaufs verzichte. Das kann man a) überall anders schneller und besser und b) gehe ich davon aus, dass der Großteil das Spiel sowieso live, im TV oder in der Nachberichterstattung im TV gesehen hat. Machen wir uns nichts vor: Das mit viel unlauterem Konzerngeld gepimpte Konzern-Konstrukt aus Leipzig war die bessere Mannschaft, hatte mehr große Chancen und der Sieg war unterm Strich in Ordnung. Allerdings, und das kam bislang auch hier zu kurz, war das eines von Borussias besten Spielen der letzten Wochen und Monate. Ein xGoals-Wert von 1,78 (Leipzig: 2,43), 15 Torschüsse (Leipzig: 24) eine gewonnene Zweikampfquote von 53:47% und der nur leicht schlechtere Wert beim Ballbesitz (48:52%) unterstreichen dies. Ja, manchmal braucht es in solchen Spielen einen nicht zu dominanten Gegner, einen überragenden Torwart, aber auch das bisschen Glück, das der Mannschaft an diesem Samstagnachmittag fehlte. Der wieder einmal umtriebige und engagierte Jens Castrop tauchte im ersten Abschnitt frei vor Torwart Maarten Vandevoordt auf und vergab, in den Schlussminuten traf der für Kevin Diks eingewechselte Fabio Chiarodia nur die Latte und nicht ins Tor. Denn neben Castrop wussten auch Rocco Reitz und in Ansätzen Hugo Bolin zu gefallen. Nico Elvedi hält seit Wochen sein Niveau hoch, Nicolas sowieso. Leider war neben Tabakovic, Ullrich und Scally auch Franck Honorat ein Schatten früherer Tage, so dass gleich zwei Offensivspieler keinen Impuls auf das Spiel hatten. Das Beste am Spieltag waren die Niederlagen vom VfL Wolfsburg und des FC St. Pauli. Denn so blieb nicht nur der Abstand zu den Plätzen 17 und 16 gewahrt, sondern besagten Konkurrenten fehlt ein weiteres Spiel, den Abstand zu verkleinern. Während das ganze Land hofft, dass es den VW-Werksklub endlich erwischt, ist der Relegationsplatz als Szenario aber noch zu wahrscheinlich. Borussia braucht in den kommenden fünf Spielen mindestens drei bis vier Punkte. Mit der Leistung aus Leipzig sollte das irgendwie möglich sein. Dazu braucht es nicht zwangsläufig Weltklasse-Leistungen einzelner Akteure, sondern einfach mal simple Bundesligatauglichkeit von allen.
Dass Leipzig ein seelenloser Plastikclub ist, der niemals im deutschen Profifußball hätte zugelassen werden dürfen – egal! Dass ausgerechnet Vollraute, Integrationsfigur und Vize-Kapitän Reitz nach dieser Saison zu diesem Un-Verein wechselt – egal! Dass relativ offen über die Trennung von Eugen Polanski auch nach erfolgreichem Klassenerhalt diskutiert wird – auch komplett egal! Zumindest in den 540+X Minuten, die der Borussia in dieser Bundesligasaison noch an Spielzeit bleiben, sollten das irrelevante Nebenthemen sein, und alle Konzentration sollte dahingehen, die noch fehlenden 3–5 (hoffentlich ist mehr nicht nötig!) Punkte einzufahren, die für den Klassenerhalt reichen. Auch die Tatsache, dass man 4 Punkte in den letzten beiden Partien hat liegen lassen, mit denen man jetzt schon sorgenfrei auf Platz 9 stünde, muss jetzt ebenfalls egal sein. Die relevanten Tatsachen sind, dass man 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und 9 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze hat. In den ausstehenden Spielen trifft man noch auf 3 CL-Anwärter und 3 Teams zwischen Platz 10 und 18. Ähnliches gilt für Werder Bremen, während Köln und St. Pauli noch auf 2 Teams aus den Top 6 treffen, Wolfsburg nur auf eines (muss aber noch gegen die Conference-League-Aspiranten Frankfurt und Freiburg ran). Wer das alles noch genauer sehen will, dem sei die folgende Webpage empfohlen: https://www.restprogramm.com/restprogramm/liga/Bundesliga/ . Wie immer in solchen Fällen gilt, dass man erstmal auf sich selbst schauen sollte, anstatt darauf zu hoffen, dass die anderen versagen. Während Robin Hack und Nathan Ngoumou für das Spiel am Samstag noch keine Option sind, wird wohl Koto Takei zurück in den Kader rutschen. Da Machino seine Chance gegen Heidenheim nicht wirklich nutzen konnte, ist auch zu erwarten, dass Tabakovic zurück ins Sturmzentrum wandert, auch wenn fraglich ist, wie viel Gelegenheit es geben wird, ihn mit Flanken zu füttern. Ähnlich wie beim Derby in Köln wird vermutlich in der Offensive der erfahrene Stöger den Vorzug vor Jungstar Mohya erhalten. Der Gegner aus Leipzig kann so ziemlich aus dem Vollen schöpfen und ist rein personell dem VfL auf fast allen Positionen – den Torwart vielleicht ausgenommen – überlegen, wobei vor allem das ivorische Juwel Diomande und der Österreicher Christoph Baumgartner eine hervorragende Saison spielen. Angesichts der Tatsache, dass die sächsischen „Fuschlballer“ bereits die Europapokal-Kandidaten aus Frankfurt und Hoffenheim mit 6:0 und 5:0 aus dem Stadion fegten, mag einem angst und bange um die eh nicht sonderlich sattelfeste Abwehr der Fohlenelf werden. Auf der anderen Seite gab es aber auch eine ganze Reihe von Spielen, in denen sich RB gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte erstaunlich schwertat. Mainz gelang im Januar gar ein Sieg in Leipzig, während Abstiegsanwärter Wolfsburg immerhin ein Unentschieden dort holen konnte, und auch der FC Augsburg kurz vor einem Punktgewinn stand. Selbst die Borussia hat beim 0:0 im Hinspiel schon gezeigt, wie man Leipzig mit aggressivem Defensivspiel frustrieren kann. In Leipzig konnte Gladbach bislang nie gewinnen, aber in 9 Vergleichen immerhin 4-mal ein Unentschieden erringen. Vermutlich wäre das auch an diesem Wochenende das Höchste der Gefühle und könnte in diesem engen Abstiegskampf auch ein wichtiger Schritt nach vorne sein. Der eine Sieg, den man vermutlich noch braucht, sollte gegen Mainz oder in Wolfsburg wahrscheinlicher sein. Und wenn man dann hoffentlich bald das rettende Ufer erreicht hat, können die oben angesprochenen Themen auch schnell wieder aus dem Egal-Fach geholt werden, denn sowohl die komplette Überflüssigkeit und Scheißigkeit (gibt es das Wort? Wenn nicht, wird dieser Artikel reichen, es in der deutschen Sprache zu etablieren???) von RB Leipzig als auch die Trainerbesetzung bei Borussia in der nächsten Saison sind keine unwichtigen Themen – es sind lediglich Diskussionen, von denen man sich im Augenblick nicht ablenken lassen sollte. Seitenwahl-Prognose: Claus-Dieter Mayer: 94 Minuten defensiver Abnutzungskampf nutzt am Ende nichts, Borussia verliert 2:0 in Leipzig. Michael Heinen: In Leipzig gibt es leider nichts zu holen. Durch das 1:2 bleibt aber immerhin das Torverhältnis einigermaßen intakt. Christian Spoo: In Leipzig gibt es leider nichts zu holen. Durch das 0:4 sinkt auch die Hoffnung, durch ein intaktes Torverhältnis einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu behalten.
Alle Warnungen der vergangenen Woche haben nichts genutzt. Wie Jens Castrop im Anschluss an das 2:2 gegen den 1.FC Heidenheim einräumte, hat Borussia den Tabellenletzten womöglich auf die leichte Schulter genommen und somit fahrlässig die Vorentscheidung auf den Klassenerhalt liegen gelassen. Eine schwächere Partie ist jeder Mannschaft zuzugestehen – gerade nachdem sie zuletzt gegen St. Pauli und Köln wichtige Punkte in direkten Duellen eingefahren hat. Es ist allerdings nicht zu akzeptieren, wenn dies offensichtlich durch eine mangelhafte Einstellung zustande gekommen ist. In der Stunde zwischen den Spielminuten 15 und 75 war Borussia dem Gast spielerisch wie kämpferisch meilenweit unterlegen. Nur dem einmal mehr überragenden Moritz Nicolas war es zu verdanken, dass der zwischenzeitliche Rückstand nicht höher als 1:2 ausfiel, sodass durch ein glückliches Flippertor noch immerhin das Unentschieden gesichert werden konnte. Die Pfiffe einiger Zuschauer während der Partie dürfen daher nicht überraschen und sollten auch von Eugen Polanski nicht kritisiert werden. Die Fans haben die Mannschaft monatelang auch in schlechteren Phasen unterstützt und eine Vielzahl schwacher Auftritte hingenommen. Was die Fans aber nicht akzeptieren können ist der Eindruck, dass in einer für den Verein prekären Situation nicht jederzeit 100 % Einsatz abgerufen werden. Es muss an dieser Stelle immer wiederholt werden: Borussia ist personell nicht mehr so stark aufgestellt wie noch vor 10 Jahren, als man zeitweise mit halber Kraft gegen kleinere Teams gewinnen konnte. Alles unter 100 % ist zu wenig und gefährdet Borussias Platz in der Bundesliga. Dessen sollte sich auch Polanski bewusst sein, der daher besser damit gefahren wäre, seine Mannschaft und sich selbst in die Pflicht zu nehmen als die Zuschauer. Selbstkritik wäre nicht zuletzt aufgrund der (über)mutigen Personalentscheidung angesagt, ausgerechnet im Spiel gegen den Tabellenletzten auf den immer noch gefährlichsten Stürmer zu verzichten. Grundsätzlich hat Haris Tabakovic in den vergangenen Monaten gute Gründe für eine Rückversetzung auf die Bank geboten – in den letzten vier Monaten erzielte er nur noch vier Treffer. Es ist aber wenig verständlich, dass dies ausgerechnet im Heimspiel gegen den Tabellenletzten passiert, zumal Tabakovic durch den Länderspielerfolg Selbstbewusstsein getankt hatte. Wenn man sich aber trotzdem dafür entscheidet, zunächst dem frischeren Machino eine Chance bieten zu wollen, so wäre hierfür eine entsprechende Spielidee nötig gewesen, die die bislang kaum erkennbaren Stärken des Japaners hätte zur Geltung bringen können. Bei aller berechtigter Kritik am Trainer sollte nach einer Partie aber nicht gleich wieder die übliche Diskussion aufgemacht werden. Ja, der FSV Mainz 05 hat unter Urs Fischer einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Ein Trainerwechsel ist aber nicht immer und überall ein Allheilmittel, das kurzfristig Punkte garantiert – wie zuletzt Bremen und Wolfsburg erfahren haben. Sofern sich die Tabellenlage in den kommenden Wochen nicht noch dramatisch verschlechtert, sollte die Saison daher möglichst mit Polanski beendet werden. Anschließend muss eine kritische Analyse über den Saisonverlauf und die zukünftigen Perspektiven erfolgen, die dann auch den Trainer einschließt. In den kommenden Wochen muss es aber einzig und allein darum gehen, den Fokus zu 100 % auf den Abstiegskampf zu legen und möglichst aus eigener Kraft die Klasse zu halten. Das aktuell halbwegs solide wirkende Punktepolster auf die Plätze 16 und 17 könnte trügerisch sein, denn gerade im Endspurt einer Saison sind überraschende Ergebnisse an der Tagesordnung. Es wäre fahrlässig sich allein darauf zu verlassen, dass der FC St. Pauli und der VfL Wolfsburg bis zum letzten Spieltag weiter durch die Saison stümpern wie bisher. Sollte einer der beiden doch noch einen Zwischenspurt mit zwei bis drei Siegen in Folge einlegen, kann es für die Fohlenelf in der Form des vergangenen Samstags ganz schnell wieder eng werden. Denn mit einer solchen Leistung wird keiner der verbleibenden Gegner besiegt werden können. Dies gilt insbesondere für die nächsten beiden Gegner, die sich derzeit in überragender Form präsentieren. Sollte es gegen Leipzig und Mainz zwei Niederlagen geben, was selbst in guter Verfassung keine Sensation wäre, könnte der Druck auf die Mannschaft immens steigen. Wenn dann auf einmal die bislang so zielsicher schwächelnde Konkurrenz anfängt zu punkten und der bereits so gut wie sicher geglaubte Klassenerhalt akut in Gefahr gerät, wird es psychologisch schwierig. Die Mannschaft sollte sich dieses Risikos bewusst sein und muss darauf in jeder der noch ausstehenden Partien mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit des Abstiegskampfes reagieren, die sie am vergangenen Samstag leider vermissen ließ.
Der Jubel, mit dem die italienischen Spieler den Einzug von Bosnien-Herzegowina ins Play-Off-Finale vorige Woche begleitet haben, ist bereits jetzt legendär. Er diente den Bosniern nicht nur als zusätzliche Motivation für ihren hochverdienten Sieg, sondern unterstrich die Einstellung, mit der die Italiener schließlich in die Partie gingen und die ihnen erneut einen urlaubsreichen WM-Sommer bescherte. Wieder einmal bewahrheitete sich: Nichts ist im Fußball gefährlicher als einen vermeintlich kleinen Gegner zu unterschätzen und zu glauben, man könne ihn mit halber Kraft locker besiegen. Eine Erfahrung, die auch Borussia in ihrer Vereinshistorie allzu oft widerfahren ist und vor der mit Blick auf das bevorstehende Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nicht stark genug gewarnt werden kann. Denn wenn sich ein Gegner dafür anbietet, unterschätzt zu werden, dann ist dies die Elf von Immer-Noch-Trainer Frank Schmidt. Ganze 15 Punkte konnte sie aus den ersten 27 Ligaspielen erzielen. In der Rückrunde sind es bislang erst drei Zähler. Auswärts wurden 11 der 13 Partien verloren. In der Hinrunde ging Borussia beim 3:0 als klarer Sieger aus dem direkten Duell hervor. Da die Fohlenelf zuletzt mit den Erfolgen über Union Berlin und St. Pauli ihre Heimstärke wiedergefunden hat, scheint der Weg geebnet für den Heimsieg-Hattrick. Mit dann 32 Punkten wäre der Klassenerhalt bereits so gut wie gesichert und Rouven Schröder könnte mit ziemlicher Gewissheit die Planung für die kommende Erstligasaison forcieren. Doch Vorsicht: Die 3:3-Erfolge der Heidenheimer zuletzt gegen Stuttgart und Leverkusen unterstreichen, dass sich die Mannschaft noch nicht vollständig aufgegeben hat und sich zumindest anständig aus dem Fußball-Oberhaus verabschieden möchte. Zudem sollten sich Eugen Polanski und sein Team bewusst sein, dass ihre eigene Qualität nicht ausreicht, um irgendeinen Bundesligisten mit weniger als 100 % Einsatz abfertigen zu können. Nur wenn die Mannschaft wie in den letzten Spielen an ihre Grenzen geht und alles gibt, sollte einem weiteren Erfolgserlebnis im Normalfall nichts entgegenstehen. Positiven Schwung dürfte insbesondere Haris Tabakovic aus der Länderspielpause mitbringen, da er maßgeblich zum eingangs angesprochenen Italien-Fiasko beigetragen hat. In der Bundesliga hat er allerdings in 13 der letzten 16 Partien keinen Treffer mehr markieren können. Seine immer noch beeindruckende Bilanz speist sich überwiegend aus der Zeit zwischen dem 21.9. und 2.12., als er in 11 Pflichtspielen ebenso viele Tore erzielte. Davor und danach ist seine Statistik ähnlich dürftig wie voriges Jahr in Hoffenheim, was angesichts der Torungefährlichkeit aller anderen verfügbaren Borussen ein bedenkliches Signal ist. Hinzu kommt, dass er als Anspielstation nahezu unbrauchbar ist. Der Wunsch, dass er im Angriffszentrum „Bälle festmacht“, wird regelmäßig durch seine unzureichenden Ballfertigkeiten zunichte gemacht. So war er zuletzt in vielen Spielen eher Bremsklotz als Hilfe und hätte sich grundsätzlich eine Rückversetzung auf die Bank verdient. Dass dies am kommenden Samstag (noch) nicht geschehen wird, liegt nicht nur an seinem Erfolgserlebnis vom vergangenen Wochenende, sondern auch am bevorstehenden Gegner. Gegen Heidenheim sollte Borussia bei entsprechender Ernsthaftigkeit im Auftreten zu einer gewissen Menge eigener Tormöglichkeiten kommen, sodass ein Torjäger wie Tabakovic unverzichtbar erscheint. Der Fairness halber sei eingewandt, dass der Bosnier nicht allein schuld an seiner zuletzt etwas mageren Torausbeute ist. Ein Strafraumstürmer kann immer nur so gut sein wie die ihm aufgelegten Bälle. Und hier bietet Borussia derzeit zu wenig Qualität auf, um ihn mit entsprechenden Vorlagen zu füttern. Franck Honorat wäre grundsätzlich prädestiniert für diese Rolle, befindet sich aber leider seit einiger Zeit im Formtief. Zuletzt zeichnete sich Jens Castrop als Held im Derby aus, wo er sich dann aber unglücklicherweise verletzte. Ebenso unglücklich, dass er trotzdem die Länderspielreise mit Südkorea unternahm und erst nach einer Partie auf der Bank die Rückreise antreten durfte. Ob es für die Partie am Samstag reicht, wird sich daher erst kurzfristig entscheiden. Die Prognosen von Eugen Polanski waren zuletzt aber optimistisch. Sollte Castrop einsatzbereit sein, wird die Derbymannschaft vermutlich unverändert bleiben. Auch bei den Heidenheimern ist gegenüber dem 3:3 gegen Leverkusen wenig Neues zu erwarten. Lediglich Mittelfeldmotor Schöppner wird mit Gelbsperre fehlen und mit Ibrahimovic durch einen Namen ersetzt, den man in Grunde gar nicht unterschätzen kann. So könnten sie spielen Borussia: Nicolas – Sander, Diks, Elvedi – Scally, Honorat, Reitz, Engelhardt, Stöger, Castrop – Tabakovic Heidenheim: Ramaj – Busch, Gimber, Mainka, Behrens – Kerber, Dorsch, Ibrahimovic – Dinkci, Pieringer, Conteh So tippt Seitenwahl Michael Heinen: „Der dritte Heimsieg in Folge ist Pflicht und wird auch erzielt. Borussia tritt von Anfang an konsequent auf und schlägt daher die sich wacker wehrenden Gästen mit 2:0.“ Mike Lukanz: „Es wird haarig. Aber Gott sei Dank haben wir Haris. 1:0-Krampfsieg & damit ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt.“ Kevin Schulte: „Die Fluppe zündet. Heidenheim gleicht aus, Borussia behält die Ruhe und wird dafür am Ende mit einem 2:1-Sieg belohnt.“ Christian Spoo: „Noch nie hat Borussia gegen Heidenheim verloren, und das bleibt auch so. Das ist es dann aber auch schon. Borussia verkrampft, weil Heidenheim dagegenhält. Am Ende sind wir beim Spielstand von 2:2 fast froh über den Abpfiff.“ Claus-Dieter Mayer: „Es ist nicht schön, es reißt keinen mit, aber es reicht. Borussia siegt 2:0.“ Michael Oehm: „Es gibt Spiele, nach denen Teile der Nordkurve so geschafft sind, als hätten sie selbst gespielt. Okay, ich rede von mir. Das wird so ein Spiel. Es endet 1:0 nach einer Bruttospielzeit von 113 Minuten.“
Gladbach, Köln, Bochum und Düsseldorf bangen um den Klassenerhalt. Für ein Trio stehen am Wochenende „Sechs-Punkte-Spiele“ an.
In Köln zeigte Mönchengladbachs Jens Castrop sein bestes Spiel für die Borussia. Nächste Saison soll er die Fußstapfen einer Identifikationsfigur füllen.
Weil es gegen die Top-Teams nie reicht, müssen gegen die „Kellerkinder“ jetzt Pflichtsiege her.
Borussia Mönchengladbachs spielte ein Unentschieden zu Gast bei SV Werder Bremen.
Im Sommer vor dem Rausschmiss hat sich der Mittelfeldspieler zum wichtigen Faktor aufgeschwungen.
| 1. Bundesliga |
|---|
Ergebnisse![]() Tabelle![]() |



