Die Medien beschäftigen sich ausgiebig und gerne mit unserer Borussia. Wir suchen täglich die wichtigsten und aktuellsten Berichte rund um Borussia heraus und verlinken an dieser Stelle auf das entsprechende Online-Angebot der jeweiligen Zeitung.
Borussia ist wieder dort angekommen, wo sie vor Eugen Polanskis Übernahme war. Das Spiel zuletzt in Bremen und das erste des Gladbach-Trainers im September verbindet das Ergebnis. Doch es hat sich etwas gefährlich umgekehrt. Rouven Schröder tätigte in seiner ersten Transferperiode als Sportchef bei Borussia eine zweistellige Anzahl an Wechseln. Wie er die Ereignisse am Deadline Day erlebte, an welchem Ex-Borussen er dran war – und warum die Verkäufe von Talenten keine Abkehr vom „Fohlen-Weg“ sind. Das größte Wechsel-Hick-Hack des Winters geht bald zu Ende: Borussia Mönchengladbach und Galatasaray Istanbul haben sich geeinigt, Talent Can Armando Güner wird künftig beim türkischen Spitzenklub spielen. Ryan Naderi ist der teuerste Spieler der deutschen Drittliga-Geschichte – und Gladbach profitiert vom Wechsel des ehemaligen U23-Stürmers von Rostock zu den Rangers. Insgesamt wäre Borussias finanzielle Bilanz des Transfers-Winters auch so positiv ausgefallen. Zehn Transfers hat es im Winter bei Borussia Mönchengladbach gegeben. Unsere Reporter ziehen ihr großes Fazit. Welche Rolle können die Neuzugänge bis zum Saisonende spielen? Borussia muss schauen, im Abstiegskampf nicht in einen Strudel zu geraten. Drei Alte weg, anderthalb Neue da. Der letzte Tag, an dem das Transferfenster für die meisten europäischen Ligen geöffnet war, hat bei Borussia noch allerlei Bewegung in den Kader gebracht. Und kaum ist das erledigt, ploppt eine weitere Meldung auf, die auf größere anstehende Umwälzungen hindeuten lässt. Was nicht passiert ist: Borussia hat keinen erfahrenen Strukturspieler verpflichten können. Solche wachsen nicht auf den Bäumen und wenn, sind sie vermutlich für einen klammen Abstiegskandidaten nicht zu bezahlen. Das Problem, dass eine Mannschaft ohne Führungspersönlichkeiten auf dem Platz steht, wird uns also weiter begleiten und vermutlich in so manchem Spiel noch bekümmern. Was passiert ist: Borussia hat den nominell wertvollsten Spieler der ersten schwedischen Liga verpflichtet – zunächst auf Leihbasis, ab dem Sommer dann fest, was ein weiteres Indiz für die heikle finanzielle Lage des Vereins darstellen dürfte. Hugo Bolin kommt von Malmö FF, der linke Mittelfeldspieler hat internationale Erfahrung mit seinem Verein, hat aber auch zwei A-Länderspiele für Schweden gemacht. Dort ist seine Entwicklung zuletzt etwas stagniert. Der Wechsel in eine neue Liga soll helfen, dass der Rechtsfuß sein Potenzial auszuschöpfen fortsetzt. Bolin ist kein klassischer Flügelflitzer, er hat zwar einen guten Antritt aber keine außerordentliche Endgeschwindigkeit. Wegen seiner „Falschfüßigkeit“ ist er kein Flankenspezialist. Ein Highlight-Video bei Youtube zeigt stattdessen einen Spieler, der gerne den Robben-Trick (wenn auch von der anderen Seite aus) versucht. Positiv fällt auf, dass Bolin seinen linken Fuß nicht nur zum Stehen hat. Bolin wird zunächst vor allem als Ersatz für den langzeitverletzten Robin Hack zum Einsatz kommen. Ob Eugen Polanski ihn direkt „reinwerfen“ wird, ist eine andere Frage. Zuletzt scheint dem Trainer der Wille zum Experiment etwas abhanden gekommen zu sein. Neben Bolin stehen auf der Habenseite die Leihspieler Sarco und Takai, die bereits zum Einsatz gekommen sind und im Fall Takai durchaus angedeutet haben, eine Soforthilfe sein zu können. Außerdem hat Borussia für die U23 Jakob Zickler von Dynamo Dresden, Stiefsohn des ehemaligen Co-Trainers Alexander Zickler, verpflichtet. Der 19-Jährige gilt durchaus als Spieler mit Potenzial für mehr als nur Regionalliga, wenn auch sicherlich noch nicht in diesem Jahr. Bei den Abgängen fällt die Bilanz nicht ganz so aus, wie viele sich das wohl gewünscht hätten. Marvin Friedrich und Kevin Stöger bleiben bei Borussia, damit belasten zwei Großverdiener mit sehr begrenzter sportlicher Perspektive weiter das Budget. Beide kamen bei der gefühlten Niederlage in Bremen zum Einsatz. Stöger blieb erneut jeden Beleg schuldig, dass er die einst angedachte Rolle als Antreiber, Gestalter und Führungsspieler ausfüllen kann. Friedrich war der einzige Spieler, dem man das späte Gegentor ankreiden konnte, weil er beim Kopfball vorher nicht entschlossen genug zur Sache ging. Luca Netz spielte in Bremen auch mit, nicht gut, aber von Anfang an. Just mit der Vertragsverlängerung seines direkten Konkurrenten Lukas Ullrich schien Netz sich als die von Eugen Polanski präferierte Lösung auf der linken Abwehrseite durchgesetzt zu haben. Dennoch nutzte Rouven Schröder die letzte Möglichkeit, noch Geld für einen Transfer des 22-jährigen ehemaligen Hoffnungsträgers zu verdienen. Netz wechselt für kolportierte 2,5 Millionen Euro zu Nottingham Forest in die Premier League. Für den Spieler eine große Chance, angesichts der Tatsache, dass er sich in seiner Gladbacher Zeit nicht spürbar weiterentwickelt hat, vielleicht auch eine unverhoffte Chance. Ersetzt wurde Netz nicht, so dass Lukas Ullrich sich jetzt wieder regelmäßig wird beweisen können. Alternativ, so Borussia weiter mit Dreier-/Fünferkette aufläuft, könnte auch Fabio Chiarodia von Netz‘ Weggang profitieren. Ein weiterer nur behelfsmäßig kompensierter Abgang ist der von Ersatzkeeper Jonas Omlin. Der nominelle Kapitän wird auch bei Bayer Leverkusen nur Ersatz sein und ist verliehen, nicht verkauft. Wie schon andernorts geschrieben, sollte dieser Transfer uns allen vor Augen führen, wie es um Borussia finanziell bestellt ist. Ein bisschen Leihgebühr und das Gehalt gespart, dafür mit zwei bisher nicht nachweislich bundesligatauglichen Ersatztorhütern in den Abstiegskampf. Das riecht nach echter Geldnot. Überdies verlässt mit Klilan Sauck ein Talent den Verein, der zuletzt bei der U23 mit wechselhaften Auftritten aufgefallen war. Offenbar traute man dem eins aus St. Pauli in die Gladbacher Jugend gekommenen Talent den nächsten Schritt bei Borussia nicht mehr zu. Wenig überaschend der letzte Abgang an diesem „Deadline-Day“: Grant-Leon Ranos wurde erneut in die Zweite Liga verliehen. Dass der Armenier danach in Mönchengladbach eine größere Rolle spielen kann, als bisher, ist kaum vorstellbar – es sei denn, die Saison endet für Borussia mit dem Abstieg. Die Meldung, die am Morgen nach den Transferaktivitäten aufmerken lässt, hat mit Transfers viel zu tun, könnte sie doch die Gestaltung des künftigen Kaders, egal welche Liga, entscheidend beeinflussen. André Hechelmann wird von Bayern München an den Niederrhein wechseln und ab dem 01.03. dort für Chefscouting und Kaderplanung verantwortlich sein. Hechelmann ist ein Weggefährte von Gladbachs Sportkopf Rouven Schröder, beide arbeiteten in Mainz und bei Schalke 04 zusammen, auf Schalke beerbte Hechelmann Schröder kurzzeitig als Sportdirektor. Bei den Bayern war der 41-jährige nominell „Leiter Scouting“. Borussia kündigt Umstrukturierungen im Bereich Scouting an. Unter anderem wird sich Steffen Korell aus dem Tagesgeschäft zurückziehen. Eine "beratende Funktion" wird der langjährige Direktor Scouting künftig übernehmen. Dass Korell diesen Schritt auf eigenen Wunsch geht, bestätigen uns gleich mehrere Quellen. Was genau die "beratende Funktion" beinhaltet, bleibt dagegen offen. Borussia lässt ihre Leute ungern fallen, selbst ein Wiederauftauchen von Roland Virkus in irgendeiner Form sollte uns nicht verwundern. Die mutmaßliche Verpflichtung Hechelmanns ist allerdings, wie schon die Installation von Schröder, ein Bruch mit der nicht nur segensreichen Borussen-Tradition, möglichst alle Posten mit Leuten aus dem eigenen Stall zu besetzen. Da auch SEITENWAHL das Köcheln im eigenen Saft in der Vergangenheit häufig moniert hat, stehen zumindest wir den sich andeutenden Veränderungen erst einmal positiv gegenüber. Das 1:1 hat dem Fass den Boden ausgeschlagen. Wenn selbst gegen die formschwächste Mannschaft der Liga kein Sieg gelingt, ist ein Trainerwechsel unausweichlich. So kann es schlicht nicht weitergehen. Dachte sich auch Bremens Sportchef Clemens Fritz, der am Tag nach dem Remis gegen Borussia Trainer Horst Steffen beurlaubt hat. Damit tauscht ein weiterer Konkurrent im Abstiegskampf den Trainer aus, nachdem die Mainzer schon den ganz offensichtlich klügsten Move gemacht hatten und Urs Fischer verpflichteten. Dummerweise hat Borussia diese Patrone bereits verschossen; die Erkenntnis, dass Gerardo Seoane vielleicht nicht der richtige Mann sei, kam dann erst nach drei Spieltagen. Zuvor durften der Schweizer und Roland Virkus im Sommer noch am Kader weitere Fehlgriffe vornehmen, die nun Rouven Schröder und Eugen Polanski mal gut (Schröder), mal weniger gut (Polanski) auszubessern versuchen. Borussia in den vergangenen Wochen beim Fußballspielen zuzugucken, verursacht körperliche Schmerzen. Nahezu der gesamte Kader, mit wenigen Ausnahmen, ist außer Form. Der Wunsch nach einer spielerischen Linie scheitert aktuell schon daran, dass kaum ein Angriff länger als drei bis vier Pässe dauert. Dann ist der Ball entweder beim Gegner oder im Seitenaus. Ich habe an dieser Stelle bereits nach dem absurd glücklichen 0:0 in Hamburg geschrieben, dass die einzige Variante, die aktuell einen Torerfolg wahrscheinlich macht, die Abfolge „Honorat über rechts, Pass auf Tabakovic, Tor“ ist. Und genau das hat in Bremen dann auch zum zu diesem Zeitpunkt unverdienten 1:0 für die Fohlen geführt. Vorausgegangen war ein schönes Direktspiel und das kurze Aufblitzen fußballerischer Klasse. Es sollte der einzige Moment dieser Art bleiben. Im Spiel zweier verunsicherter und grotesk schlechten Mannschaften war Borussia die noch schlechtere, oder wie es der Sky-Kommentator süffisant formuliert: „Was die Fußball-Verhinderungsstrategie betrifft, agieren beide Mannschaften hier auf höchstem Niveau.“ Natürlich schmerzt ein Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit und natürlich hätte Borussia durch Machino wenige Minuten vorher den Sack mit dem 2:0 zumachen können. Zur Wahrheit gehört leider auch, dass der Treffer für Bremen mehr als verdient war und dass Sonntagsschüsse wie der von Keke Topp kaum zu verhindern sind. Und wie schon nach dem Remis in Hamburg lohnt auch diesmal ein Blick auf die Spielstatistiken: Werder Bremen, das zuvor neun Spiele auf einen Sieg wartete, hatte 68% Ballbesitz, 18:7 Torschüsse, 52% gewonnene Zweikämpfe und, festhalten bitte, 611 zu 292 (!) gespielte Pässe, von denen aus Borussias Sicht auch nur 72% angekommen sind. Ja, Borussias Laufleistung war diesmal sogar besser als die des Gegners, aber das lag vor allem darin begründet, weil man dem Gegner hinterhergelaufen ist. Werder Bremen, nicht dem FC Bayern, wohlgemerkt. Es ist das in Zahlen gegossene Katastrophenbild einer Mannschaft, die seit Wochen jeden Nachweis von Bundesligatauglichkeit komplett vermissen lässt. Eugen Polanski, als gebürtiger Niederrheiner und zwischenzeitlich Verantwortlicher für einen Mini-Aufschwung noch immer mit Welpenschutz, flüchtet sich mittlerweile auch nur noch in Phrasen, betont nur noch einzelne Spielabschnitte, die aus seiner Sicht „in Ordnung“ waren. Dennoch wirkt er zusehends verzweifelt und ratlos, denn er findet weder mit seinen Aufstellungen noch im sogenannten „In-Game-Coaching“ Antworten auf die Hilf- und Lustlosigkeit seiner Spieler. Borussia braucht natürlich keine Trainerdiskussion, mit Blick auf die kommenden Gegner und dem erwarteten, weiteren Verlauf der Saison wird diese aber unausweichlich werden. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass aus den Spielen gegen Leverkusen, Frankfurt, Freiburg, Union Berlin und den FC Bayern München mit viel Glück nur ein bis zwei Punkte ergattert werden. Dann hat der Verein Mitte März schon erste Abstiegsendspiele gegen St. Pauli, in Köln oder gegen Heidenheim. Na, wer freut sich nicht darauf, auswärts in Köln auf einen Sieg angewiesen sein zu müssen? Es fällt schwer, in der aktuellen Lage Positives zu erkennen. Ein Strohhalm, der Hoffnung gibt, existiert nicht. Die Offensive um Honorat, Neuhaus und Reitz hat keinen einzigen Treffer in der Liga; man will sich gar nicht ausmalen, wo Borussia stünde, hätte Tabakovic bislang nicht die Erwartungen übererfüllt. Die linke Seite ist seit dem Ausfall von Hack nicht existent. Talente wie Wael Mohya bekommen kaum Einsatzminuten oder werden verkauft (Charles Herrmann), Wintertransfers wie Takai fallen direkt wieder aus oder werden aus unerklärlichen Gründen nicht eingesetzt (Sarco). Wenn man bei Spielern wie Sarco nicht 100% überzeugt ist, dass sie sofort auf dem Platz helfen, warum werden sie dann für ein halbes Jahr ausgeliehen? Und inzwischen glaubt niemand mehr ernsthaft, dass wir diese Saison noch einmal Tim Kleindienst oder Robin Hack im Vollbesitz ihrer Kräfte auf dem Platz sehen. Machen wir uns nichts vor: Borussia ist aktuell ein Abstiegskandidat und es bleibt nur zu hoffen, dass man noch irgendwie diese drei bis vier Siege zustande bekommt, die es tabellarisch wahrscheinlich braucht. Jetzt muss absolut alles dem Ziel Klassenerhalt untergeordnet werden, denn ein Abstieg hätte für die finanziell offenbar schon jetzt gebeutelte und kader-strukturell katastrophal aufgestellte Borussia unabsehbare Folgen. Im Bremer Weserstadion treffen sich am Samstagnachmittag zwei gebeutelte Mannschaften. Beide performen zurzeit nicht annähernd so, wie sich Vereine und Anhängerschaft das vorstellen. Beide kämpfen um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Bei beiden stehen die Trainer zunehmend im Fokus. Bei Werder Bremen gilt die Partie gegen Borussia Mönchengladbach schon fast als ein Endspiel für Trainer Horst Steffen. Der ehemalige Borussen-Spieler war vor der Saison mit der Empfehlung, für ein kleines Fußball-Wunder verantwortlich zu sein, an die Weser gekommen. Mit dem saarländischen Dorfverein SV Elversberg hatte Steffen im vergangenen Mai erst in der Relegation den Aufstieg in die erste Bundesliga verpasst. In Bremen lief es von Beginn an nicht wirklich rund für Steffen. Der größte Erfolg war der 4:0-Sieg in Mönchengladbach, bei dem ein überragender Samuel Mbangula mit einem Tor und zwei Assists für einen verdienten Erfolg bei völlig indisponierten Borussen sorgte. Wie für die ganze Mannschaft ging es auch für den Belgier nicht so weiter. Zwischenzeitlich verlor er seinen Stammplatz, seine Leistungen: bestenfalls schwankend. Für Werders Ergebnisse wäre „schwankend“ ein Euphemismus. Zuletzt hat das Team neunmal in Folge nicht gewonnen. Zuletzt gab es im eigenen Stadion eine 0:2-Niederlage gegen die allerdings zurzeit auch enorm formstarke TSG Hoffenheim. Gegen Borussia muss Bremen auf Amos Pieper verzichten. Der Innenverteidiger hatte sich am vorletzten Spieltag in Leverkusen verletzt und steht seinem Team bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. In der Defensive fehlen Bremen mit Wöber und Stark ohnehin schon zwei Mann dauerhaft. Der gegen Hoffenheim gesperrte Kapitän Marco Friedl dagegen kann am Samstag spielen. Rechtsverteidiger Isaac Schmidt wird voraussichtlich trotz in Leverkusen erlittener Gehirnerschütterung im Kader stehen. Das gilt auch für Felix Agu. Der Linksverteidiger war zuletzt mehrere Monate wegen einer Syndesmoseverletzung außer Gefecht. Auch Borussia plagen weiterhin Verletzungssorgen. Neben den zahlreichen und prominenten Langzeitverletzten fällt in Bremen auch Kevin Diks aus. Die Kopfverletzung, die der Verteidiger im Spiel beim HSV erlitten hat, setzt ihn auf unbestimmte Zeit außer Gefecht. Auch Giovanni Reyna fehlt weiter. Der vermeintliche Coup-Einkauf von Roland Virkus schlägt sich wie von Beginn an erwartet, mit muskulären Problemen herum. Ob die unendliche Geschichte der Rekonvaleszenz oder eben nicht Rekonvaleszenz von Tim Kleindienst und Robin Hack vom Schicksal oder von unsachgemäßer Arbeit handelt, wissen wir nicht. Was wir seit dieser Woche ahnen, ist, dass Borussia finanziell deutlich schlechter aufgestellt sein könnte, als offen kommuniziert. Nicht nur, dass auf die anhaltenden strukturellen Probleme der Mannschaft keine echte Reaktion erfolgen kann, sondern Sportkopf Rouven Schröder genötigt ist, allein mit der Leihe von Talenten mögliche Lücken zu stopfen, ist das Eine. Dass man auf fünf eingesparte Monatsgehälter von Kapitän Jonas Omlin derart angewiesen ist, dass man in der aktuellen sportlichen Situation auf einen Ersatztorwart setzt, der bei einem Abstiegskandidaten der Dritten Liga gerade seinen Stammplatz verloren hat, ist das Andere. Der Tausch Omlin-Olschowsky ist sportlich ein Rückschritt gewaltigen Ausmaßes – zumal auch Tiago Perreira-Caroso in der laufenden Regionalliga-Saison nicht gerade als großer Rückhalt der eigenen U23 auffällig geworden ist. Dieser Deal lässt nur einen Schluss zu: Borussia braucht jeden Cent. Das kann gut gehen, solange Moritz Nicolas fit ist. Sollte sich der Mann mit der Nummer 33 verletzten, gnade uns Gott oder wer auch immer den Abstiegskampf in der Bundesliga orchestriert. Auch mit einem gesunden Nicolas im Tor wird es bei Borussia in Bremen und darüber hinaus fast weniger auf die Auf- als auf die Einstellung ankommen. Das ist eine Binsenweisheit sonder gleichen, aber wer die letzten drei Spiele gesehen hat, kann kaum zu einem anderen Schluss kommen. Eine Mannschaft ohne Struktur und Führung kann nur dann gelegentlich erfolgreich sein, wenn alle Spieler immer an ihre Grenzen gehen. Und von denen waren die meisten zuletzt meilenweit entfernt. Ob nun Yannic Engelhardt oder Philipp Sander auf der Sechs spielen, ob Rocco Reitz nominell eher im offensiven oder defensiven Mittelfeld unterwegs ist, ob Netz oder Ullrich spielt, es ist im Prinzip egal. Auch das seit Wochen medial erwartete aber doch niemals erfolgte Startelfdebut für Wael Mohya wird kaum der Game-Changer sein, wenn die Mannschaft nicht endlich als eine solche auftritt. Die Frage ist, ob Eugen Polanski in der Lage ist, so etwas zu initiieren. Wenn nicht er, wird es vermutlich niemand sein. Trotzdem würde es, auch angesichts des Spielplans der kommenden Woche, für Polanski äußerst ungemütlich, wenn seine Mannschaft sich in Bremen nicht ganz anders präsentiert als gegen Wolfsburg, Hoffenheim, den HSV und den VfB Stuttgart. Bestenfalls mit einem zählbaren Ergebnis. SEITENWAHL-Prognose Christian Spoo : Wie Borussia zu schlagen ist, weiß inzwischen vermutlich jeder Bezirksligist. Früh anlaufen, aggressiv im Mittelfeld, viel laufen, dann klappts auch mit den Punkten. Unsere einzige Hoffnung ist, dass Werder Bremen dieses Wissen nicht in die Praxis umsetzen kann. Aber den Gefallen werden sie uns vermutlich nicht tun. Borussia verliert mit 1:3 und fällt weiter mehr oder weniger frei in Richtung Tabellenkeller. Claus-Dieter Mayer : Nach langer Suche findet die Borussia einen Gegner, der noch schlechter ist als man selbst und weiß das zu nutzen. Das 3:1 in Bremen sorgt zumindest vorübergehend für große Erleichterung in Gladbach. Mike Lukanz : Wenn eine Mannschaft seit neun Spielen auf einen Sieg wartet, kann es nur einen Gegner geben, der diese Serie brechen kann. Nach dem 1:3 in Bremen wird die Stimmung am Niederrhein eisig. Michael Oehm : Also, nachdem Bremen einen Trainer nach dem anderen aus der Bundesliga kegelte, wäre es höchst an der Zeit, dass man dem SVW die eigene Medizin zu schmecken gäbe. Und was soll ich sagen: Es wird ein 1:2! Ob der Trainer dann wirklich gehen muss, ist aber ehrlich gesagt ziemlich egal. Michael Heinen: Für einen der beiden Ex-Borussen auf der Trainerbank könnte es nach der Niederlage am Samstag eng werden. Ich tippe auf Steffen, der nach dem 1:2 seinen Job verliert. Noch vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart fragten Medienkollegen die Spieler von Borussia gerne nach dem recht neuen Trainer. Was Eugen Polanski denn anders mache, was ihn auszeichne. Das Zwischenhoch im Herbst, es hallte nach. Irgendwas musste der neue Mann ja besser machen als sein Vorgänger. Oder war es bloß der vielzitierte "Neue-Besen-Effekt"? Nach dem 19. Spieltag lässt sich festhalten: Der neue Besen kehrt genauso wie der alte, der Polanski-Effekt ist verpufft. Die Mannschaft spielt exakt den gleichen Mist - pardon my French - wie unter Gerardo Seoane. Mit ebenso ernüchternden Resultaten. Borussia befindet sich im Abstiegskampf, wenngleich der zweite Teil dieses Wortes nicht taugt, um das zu beschreiben, was die Spieler auf den Platz bringen. Wir sehen: Am Trainer lag es vermutlich nicht zuallererst, dass Borussia Mönchengladbach nur noch ein schwacher Schatten dessen ist, was von 2011 bis 2022 oft Wirklichkeit, zumindest aber der Anspruch war. Roland Virkus hat ein Team gebaut, das zwar so viel kostet, wie ein Bundesligateam des oberen Mittelfeldes, das aber nicht so spielt, offenbar nicht so spielen kann. Die Mannschaft ist nicht besser als Platz 12 bis 16. Es fehlt an innerer Struktur, es fehlt an Führung auf dem Platz, es fehlt an Mut, an Spielfreude, an Laufbereitschaft, es fehlt fast an allem. Eugen Polanski kann dafür nichts. Er muss mit dem arbeiten, was er hat. Um aus dieser Ansammlung von Spielern mehr herauszukitzeln, als es im Moment gelingt, um diese Truppe dazu zu kriegen, Woche für Woche am oberen Limit ihrer Fertigkeiten zu spielen, hätte es einen Zauberer gebraucht - oder zumindest einen Trainer ganz anderen Kalibers als den Novizen aus Viersen. Polanski ist nach vier Monaten genau dort, wo Gerardo Seoane auch schon nach kurzer Zeit im Amt war. Der Trainer wirkt ratlos, beginnt mit System und Personal zu experimentieren, weil es für ihn kaum andere Möglichkeiten der Einflussnahme gibt, erscheint auch zunehmend hilflos darin, die Entwicklung öffentlich zu erklären. Nicht der Trainer, die Mannschaft ist das Problem. Gegen den VfB Stuttgart baute Polanski sein Team um: Statt der zuletzt etabliert scheinenden Dreier-/Fünferabwehr stand eine Viererkette mit den Innenverteidigern Elvedi und Takai auf dem Platz. Philipp Sander rückte vor ins defensive Mittelfeld, Florian Neuhaus und Rocco Reitz tauschten quasi die Position, so dass Neuhaus nominell auf der Doppelsechs, Reitz offensiver aufgeboten wurde. Franck Honorat musste zurück auf die rechte Seite während Shuto Machino neben Tabakovic stürmte - nein, stürmen sollte. Denn Stürmen gehörte an diesem Sonntagnachmittag nicht zu den Dingen, die Borussia zu zeigen imstande war. Was auf den ersten Blick nach einer 0:3-Niederlage absurd erscheint: Die beste Leistung brachte noch die Abwehr. Moritz Nicolas hielt einiges, war bei den ersten beiden Treffern chancenlos, der dritte allerdings wirkte haltbar. Beide Innenverteidiger erfüllten ihre Kernaufgabe und ließen defensiv wenig zu. Auch hier bildet das 0:3 eine Ausnahme. Lukas Ullrich kann man wenig vorwerfen. Joe Scally dagegen war die tragische Figur - wobei der Begriff Tragik ihn womöglich zu sehr aus der Verantwortung nimmt. Das 0:1 legte der Leweling mit der Brust auf, das 0:2 erzielte er mit dem Rücken selbst. Darüber hinaus ergibt es wenig Sinn, sich an der Leistung einzelner Spieler abzuarbeiten. Von Sander bis Tabakovic verdienten sich ausnahmslos alle Schlechtestnoten. Bis zum von Tabakovic verschossenen Elfmeter in der 13. Minute sah es so aus, als könne Borussia ein Spiel aufziehen. Danach aber, spätestens nach dem ersten Gegentor, brach alles zusammen. Stuttgart wurde mutiger und tat das, was Borussia gar nicht leiden kann: Früh anlaufen. In der Folge verlor Borussia wie schon gegen Wolfsburg, in Hoffenheim und gegen den HSV den Kopf. Die Fehlerquote war enorm, fast alle Zweikämpfe gingen verloren und die Statistik zeigt, dass die Mannschaft den Stuttgartern in jedweder Hinsicht unterlegen war. Für das, was einige der eher offensiv ausgerichteten Spieler darbrachten, wurde das Wort "Totalausfall" erfunden. Ob die Akteure in weiß eher komplett verunsichert oder lustlos waren, lässt sich aus der Ferne schwer diagnostizieren. Im Ergebnis steht ein Auftritt ohne echte Torchance, vom Elfmeter einmal abgesehen. Zwei Halbchancen von Machino, nachdem das Spiel schon entschieden war, seien der Fairness halber erwähnt. Was auch immer Eugen Polanski seinen Spielern in der Halbzeit nach einer wenig berauschenden ersten Hälfte mit auf den Weg gab, es war entweder falsch oder es kam nicht an. Viele - SEITENWAHL eingeschlossen - wunderten sich darüber, dass der Trainer nicht schon in der Halbzeit etwas am Personal änderte. Als er schließlich Sarco und Mohya brachte, fiel postwendend das 0:2 und die Messe war gelesen, der Drops gelutscht und das letzte Lied gesungen. Borussia hat im dritten Spiel in Folge eine indiskutable Leistung gezeigt. Es ist sehr einfach, diese Mannschaft aus dem Konzept zu bringen. Mit Pressing, Einsatz und Lauffreude zieht man den Gladbachern sofort den Stecker. Eugen Polanski ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Irgendetwas muss ihm einfallen, um das Team zu wecken. Vielleicht wäre es richtig, mit einer Beton-Taktik die noch ausstehenden Aufgaben anzugehen. Eine Torfabrik jedenfalls wird aus dieser Mannschaft eher nicht mehr, Tabakovic hin, Tabakovic her. Das Team hat keine echten Führungsspieler, Rocco Reitz ist mit dieser Aufgabe sichtlich überfordert, so sehr er sich müht. Mit Tim Kleindienst rechnet in dieser Saison kaum noch jemand ernsthaft. Ansonsten drängt sich niemand auf. Wir sollten uns darauf einstellen, dass die Saison bis zum Ende spannend bleiben wird. Irgendwo muss Borussia noch Punkte holen, will man am Ende nicht in die Relegation oder schlimmer. Punkten gegen die, die bisher noch schwächer da stehen, wäre ein Anfang. Am kommenden Spieltag geht es mit Werder Bremen gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Erfolg wäre Gold wert, auch wenn man sich vor dem Eindruck der letzten drei Spiele kaum vorstellen kann, wie das verunsicherte Team den Schalter bis dahin wieder umlegen soll. Im Sommer vor dem Rausschmiss hat sich der Mittelfeldspieler zum wichtigen Faktor aufgeschwungen. Das 1:3 gegen Wolfsburg am Wochenende war kein Rückfall in alte Zeiten – aber ein Rückschlag mit Alarm-Charakter. Borussia Mönchengladbach plagen vor dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 Personalsorgen. Tim Kleindienst, Franck Honorat, Florian Neuhaus und Robin Hack stehen nicht zur Verfügung. Mit Systemumstellung und Personalrochaden konnte der Trainer die ersten Siege holen. Gegen Köln muss jetzt Nachhaltigkeit bewiesen werden. Der Sieg im Pokal gegen den KSC lässt Gladbach endlich jubeln. Auf St. Pauli gilt es das nun aber auch in der Bundesliga zu tun.RP
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